. . .

Werner-Richard-Berufskolleg - Selbstlernunterricht

Inhalt

Selbstlernunterricht

Die Förderung der Selbstständigkeit und die Anleitung dazu ist für die Schülerklientel des WRBK ein vorrangiges Ziel. Dies betrifft natürlich die Fachkompetenz, sich berufliches Fachwissen eigenständig anzueignen und zu vertiefen. Ebenso soll die Teamkompetenz entwickelt und durch Gemeinsamkeit die Lerneffi zienz gesteigert werden. Aber auch die grundlegende Erfahrung der Eigenverantwortlichkeit ist ein wichtiger Baustein im Konzept des Selbstlernunterrichtes (SLU). Diese Erfahrung, sich selbst und auch seine Umwelt durch sein Verhalten zu beeinfl ussen und zu bestimmen, ist gerade bei unseren Schülerinnen und Schülern oft förderbedürftig.

Das im Stundenplan fest verankerte Angebot des SLU richtet sich verpfl ichtend an Schülerinnen und Schüler, die sich in der Unterstufe ihrer Ausbildung befinden, um die oben beschriebenen Kompetenzen möglichst früh zu fördern. Neben dem allgemeinen Ziel, die berufl ich-fachlichen Grundlagen zu stärken, verfolgt der SLU speziellere Ziele bzw. ist von Besonderheiten gekennzeichnet, die diesen Unterricht von anderen Lernformen abgrenzen.

Zu diesen Besonderheiten zählt bereits, dass der Lernende selbst festlegt, welche Lernziele er verfolgen möchte. Der Lehrer hat hierbei nur die Rolle des Lernberaters und besonders zu Beginn die Aufgabe, Arbeits- und Lerntechniken zu erläutern. Erste Erfahrungen zeigen, dass durch diese Maßnahme die intrinsische Motivation erheblich gesteigert wird.

Ein weiteres Merkmal ist die geförderte Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern, bei der sie sich gegenseitig helfen und unterstützen. Diese ist kein Zwang, wird aber sehr häufig gewählt und fördert zusätzlich zum rein kognitiven Fachwissen die soziale Kompetenz.

Die Schülerinnen und Schüler können auf einen umfangreichen SLU-Lernquellenpool zurückgreifen. Die Verantwortung für ihren Lernprozess jedoch wird ihnen selbst übertragen. Ergebnis ist häufig eine wesentlich aktivere Aneignung des Wissens, das die Schülerinnen und Schüler für ihre selbstgesteckten Ziele benötigen. Lernkontrollen bedeuten im SLU Selbstkontrollen, der Lehrende steht hierbei beratend und unterstützend zur Seite. Aus diesem Diagnoseverfahren der Selbst- und Fremdeinschätzung können dann die notwendigen Maßnahmen abgeleitet werden.

Eine durchgeführte Evaluierung des SLU verlief positiv. Selbstverständlich haben viele Schülerinnen und Schüler anfangs Probleme, ihre neue Rolle bzw. die mit ungewohnten Freiheiten, aber auch mit Verantwortung verbundene Lernform sofort gewinnbringend für sich zu nutzen. Eben diese Probleme waren aber Beweggründe für die Einrichtung des SLU und sollen durch ihn abgebaut werden. Dies gelingt in vielen Fällen, besonders die stärkere intrinsische Motivation führt zu guten Lernfortschritten. Die Motivation, eigenverantwortlich festgelegte Ziele auch gegen Lernbarrieren wie störende Fremdeinfl üsse durchzusetzen, scheint ein entscheidender Erfolgsfaktor zu sein.

Nach den positiven Erfahrungen in den letzten drei Jahren soll der SLU weiter ausgebaut werden. Die vorhandene Konzeptgruppe wird die Strukturen überarbeiten und fortentwickeln, um Verbesserungen in der Effektivitätssteigerung zu erreichen und um auf evtl. Veränderungen in der ‚Schülerkultur’ einzugehen.

Um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, ihre Förderbedarfe zu definieren und aus ihnen Lernziele abzuleiten, soll das Konzept des SLU hinsichtlich einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Klassenund Fachlehrern auf der einen und den SLU-Lehrern auf der anderen Seite überarbeitet werden. Dies ist besonders auch für die Moderation bei fachspezifi schen Fragestellungen notwendig. Die Weiterentwicklung des Konzeptes wird deshalb auch die Teambildung der unterrichtenden Kollegen zum Inhalt haben.

Patrick Görtz und Marvin Husberg, Schüler Werner-Richard-Berufskolleg

»Mann am Herd - Gold wert!«

Patrick Görtz und Marvin Husberg, Schüler Werner-Richard-Berufskolleg