Die AVU, regionaler Energie- und Wasserversorger in Gevelsberg und im Ennepe-Ruhr-Kreis, verleiht einmal jährlich die AVU-Krone. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Unternehmen besonderes Engagement, innovative Projekte und herausragende Leistungen in der Region.
In diesem Jahr durfte sich das Werner-Richard-Berufskolleg über einen der Hauptpreise freuen: Das Projekt „Autisten auf die Pisten“ wurde mit 1.000 Euro ausgezeichnet. Das prämierte Projekt ermöglicht Schüler*innen mit Autismus-Spektrum-Störung oder körperlichen Einschränkungen die Teilnahme an Skifreizeiten des WRBK. Ein besonderes Beispiel ist die achttägige Skifahrt ins Ahrntal in Südtirol, über die auf der Schulhomepage bereits berichtet wurde.
Den Preis nahmen die Sportkollegen Frau Zarges und Herr Kaiser im Hauptgebäude der AVU in Gevelsberg stellvertretend entgegen. Überreicht wurde er durch den Unternehmensleiter Herrn Träris.
Über das Preisgeld der AVU-Krone freuen wir uns sehr, denn es eröffnet viele neue Spielräume: Es ermöglicht zusätzliche Anschaffungen für den Sportbereich, individuelle Unterstützung von Teilnehmenden und die Weiterentwicklung inklusiver Ideen.
Wir bedanken uns herzlich bei der AVU für die Anerkennung und Unterstützung – ein starkes Signal für gelebte Inklusion in unserer Region.
Berufsbildungswerk Volmarstein und Werner-Richard-Berufskolleg starten ins Jubiläumsjahr
Mit Musik, Humor und viel Gemeinschaftsgeist sind das Berufsbildungswerk Volmarstein und das Werner-Richard-Berufskolleg in ihr Jubiläumsjahr gestartet. Seit 50 Jahren begleiten die beiden Bildungseinrichtungen der Evangelischen Stiftung Volmarstein junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben – ein Anlass, der nicht nur gefeiert, sondern spürbar gelebt wurde. Schon die Begrüßung setzte den Ton: Im Hippie-Look, mit Latzhose und riesigem Recorder auf der Schulter überraschte das Leitungsteam die geladenen Mitarbeitenden, Auszubildenden sowie Schülerinnen und Schüler. Aus den Lautsprechern erklang „Jeans On“, ein Hit aus dem Jahr 1976 – und plötzlich war das Jahrzehnt der Gründung ganz nah. Das Jubiläumsjahr soll bunt, vielfältig und gemeinschaftlich werden. Geplant sind unter anderem eine Motto-Woche, eine Silent-Disco zum Welt-Autismus-Tag, ein Sommerfest im Stil der 70erJahre sowie ein Fußballturnier. Die Veranstaltungen spiegeln wider, wofür die beiden Einrichtungen stehen: Teilhabe, Kreativität und Zusammenhalt. Ein besonderer Moment war die Premiere der eigens geschriebenen BBW-Hymne. Mitarbeiter Dominik Kraemer hat den Song getextet und komponiert. Gespielt wurde er von der Band „Kraftzwerg“, in der Auszubildende, Mitarbeitende und Ehrenamtliche gemeinsam musizieren. Schon beim ersten Auftritt sprang die Begeisterung über. „Volmarstein – wir feiern dich, Gemeinsam stark, wir schaffen’s, ja, sicherlich. Volmarstein – wir steh’n bereit, Ziele erreicht und ’ne richtig gute Zeit!“ Auch der Blick in die Zukunft hatte seinen Platz: Vorstand Markus Bachmann steckte als Erster einen Wunschzettel in eine Zeitkapsel, die das gesamte Jubiläumsjahr über mit guten Wünschen für das BBW und das WRBK gefüllt werden soll. Am Ende des Jahres wird sie auf dem Gelände vergraben und zehn Jahre später wieder geöffnet werden. „Ich wünsche mir, dass das BBW und das WRBK in zehn Jahren rundum renoviert und erneuert sind“, sagte Markus Bachmann. „Und Ihnen allen wünsche ich ein tolles Jubiläumsjahr mit viel Spaß und vielen schönen Momenten.“ Für heitere Erinnerungen sorgte zudem ein Kahoot-Quiz mit kniffligen Fragen zur Geschichte der beiden Einrichtungen – inklusive mancher Fotos aus längst vergangenen Zeiten. Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte eine eindrucksvolle Feuershow von „Cassiofire“, die den Abend leuchtend ausklingen ließ.
Am 1. Dezember 2025 nahmen zwei Vollzeitklassen des Werner-Richard-Berufskollegs an der WDR-Schultour zur neuen Augmented-Reality-App „Zeitzeugen 1945 – Trümmerjahre in AR“ teil. Die Teilnehmenden erhielten dabei die besondere Gelegenheit, die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auf innovative und eindrucksvolle Weise zu entdecken.
Mit Hilfe der AR-App tauchten die Klassen unmittelbar in die Lebensrealitäten der Nachkriegsjahre ein: Sie hörten Berichte über Hunger und Kälte, Hamsterfahrten, Kohlenklau, die harte Arbeit der Trümmerfrauen sowie über persönliche Erfahrungen von Schuld und Trauma. Ein digitaler Info-Guide ergänzte die Erzählungen um fundierte historische Hintergründe und half dabei, die geschilderten Ereignisse einzuordnen.
Die App wurde in Kooperation mit der Hochschule Düsseldorf entwickelt und richtet sich besonders an Lernende der Jahrgänge 9 und 10. Sie ist barrierefrei, intuitiv bedienbar und eignet sich hervorragend für den Einsatz mit Tablets oder Smartphones im Unterricht.
Ein weiterer Pluspunkt: Der WDR stellt kostenlos umfangreiches und hochwertig aufbereitetes Unterrichtsmaterial zur Verfügung, das sofort eingesetzt werden kann. Die Rückmeldungen der Schüler*innen fielen durchweg positiv aus – viele bezeichneten das AR-Erlebnis als spannend, realistisch und sehr eindrucksvoll.
App-Download: Die App „Zeitzeugen 1945“ ist kostenlos im App Store und im Google Play Store erhältlich.
Vorlesewettbewerb im Werner-Richard-Berufskolleg Volmarstein
„Weil’s Spaß macht!“, sagt Hugo Degen ohne zu zögern. Der 16-Jährige liest jeden Tag – und das nicht nur am Bildschirm. „Ich mag Bücher aus Papier. Die fühlen sich echt an“, betont der Schüler des Werner-Richard-Berufskollegs der Ev. Stiftung Volmarstein. Der große Raum im Berufsbildungswerk ist in stimmungsvolles Licht getaucht. Auf der Leinwand erscheint der kleine Prinz, sein Schal flattert im Wind, eine Sternschnuppe zieht vorbei. Auf der Bühne wartet ein roter, plüschiger Vorlesesessel. Aufgeregt nimmt die erste Teilnehmerin der Finalrunde des Vorlesewettbewerbs Platz – vor der Jury und rund 130 Mitschüler*innen.
„Denk einfach, du sprichst in dein Handy. Dann vergisst du das Mikro“, rät Anna Tefert. Die diesjährige Lesepatin ist Moderatorin bei Radio Neandertal, hat bereits mehrere Hörbücher eingesprochen und ist Teil der Jury. Aus 14 Klassen hatten sich Schüler*innen für das Finale qualifiziert und lasen Passagen aus „Der kleine Prinz“ vor. Wie bei einer Talentshow gab es direkt im Anschluss Rückmeldungen der fünf Jurymitglieder: „Die Betonung hat mir sehr gut gefallen“, oder „Ihre Stimme überzeugt.“ Anna Tefert, Tamara Windelschmidt (Elternvertreterin), Ilona Bracht (Schulsekretärin), Lothar Bücken (ehemaliger Schulleiter des WRBK) und Ernst Schumacher (stellv. Schulleitung) machten es sich nicht leicht bei der Punktevergabe.
Der Tag zeigte eindrucksvoll, wie viel Freude junge Menschen am Lesen haben. „Das diesjährige Motto lautet ‚Vorlesen spricht deine Sprache‘“, erklärte Lehrerin Jennifer Pahne. „Deswegen haben wir uns im Organisationsteam noch etwas Besonderes einfallen lassen.“ Nach dem Wettbewerb wurden Textstellen in den verschiedensten Sprachen vorgelesen: Französisch, Spanisch, Englisch, Niederländisch – und sogar auf Ruhrdeutsch. Das sorgte für viele staunende Gesichter. Die 16-jährige Angelina Morgun trat sogar in den Landesfarben ihrer Heimat auf. Mit gelbem Pulli und blauem Rock las sie eine Passage des „Kleinen Prinzen“ auf Ukrainisch.
Die ersten drei Plätze beim Vorlesewett gewannen Amalia Scheidelmann, Celiné Oswald und Alan Dylla. Alan Dylla gewann zusätzlich den Publikumspreis.
Am 27. November nahmen die Auszubildenden der Kaufleute im Gesundheitswesen an einem besonderen Projekttag teil, der ihnen einen tiefen Einblick in die Welt der Hospiz- und Palliativarbeit bot. Organisiert wurde der Tag von Anja Osthoff, gestaltet von der Referentin Andrea Naß, die als Familienmediatorin und Mitglied im Team „Hospiz macht Schule“ des Ambulanten Hospizdienstes Witten – Hattingen e. V. ihre umfangreiche Erfahrung einbrachte. Unterstützt wurde sie dabei von Katrin Gerlach und Anja Osthoff.
Zu Beginn des Seminars erhielten die Teilnehmenden eine umfassende Wissensvermittlung über die ambulante und stationäre Hospizarbeit, die Aufgaben der Palliativmedizin und die Bedeutung des Wünschewagens. Viele Auszubildende zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Menschlichkeit, die diese Arbeitsfelder prägen, und waren dankbar für die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Einblicke zu bekommen, die im Berufsalltag oft nur am Rande berührt werden.
Im zweiten Seminarblock konnten die Auszubildenden zwischen zwei Vertiefungsthemen wählen. Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung von Trost- und Trauerkompetenz. Hier beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Verlauf von Trauerprozessen, dem Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen sowie der Frage, wie man Menschen in schweren Zeiten angemessen begleiten kann. Besonders der Austausch darüber, wie man selbst Trost erfährt und wie man Trauernden Unterstützung bietet, wurde als sehr bereichernd empfunden.
Der zweite Schwerpunkt bot eine theoretischere Auseinandersetzung anhand eines konkreten Fallbeispiels. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Unterstützungsmöglichkeiten im individuellen Fall sinnvoll sind und wie man als Fachkraft professionell, empathisch und reflektiert reagiert. Die Auszubildenden entwickelten verschiedene Lösungsansätze und diskutierten praxisnahe Handlungsmöglichkeiten, die ihnen im späteren Berufsleben helfen können.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Besonders die gemütliche Atmosphäre bei Keksen, Kaffee und Tee schuf einen Rahmen, in dem offene Gespräche möglich waren. Viele betonten, wie wertvoll es für sie war, ohne Hemmungen Fragen stellen zu können und auch persönliche Gedanken teilen zu dürfen.
Insgesamt war der Projekttag ein voller Erfolg: ein Tag, der Wissen vertiefte, neue Perspektiven eröffnete und eindrucksvoll zeigte, wie wichtig Empathie und Menschlichkeit im Gesundheitswesen sind. Dank der engagierten Organisation und Unterstützung von Anja Osthoff und Katrin Gerlach sowie der einfühlsamen und fachkundigen Begleitung durch Andrea Naß wurde dieser Seminartag zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.