30.09.26 | WRBK
Auszubildende der BAVO begleiteten erstmals eine Klassenfahrt des Werner-Richard-Berufskollegs
Erstmals haben zwei Auszubildende der Bildungsakademie Volmarstein (BAVO) eine Klassenfahrt des Werner-Richard-Berufskollegs begleitet. Leon Kopitz (26) und Vanderli Mafutala
(19), beide im zweiten Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft, unterstützten dabei zwei Schüler, die einen Rollstuhl nutzen und im Alltag auf Hilfe angewiesen sind.
Die Premiere der Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen der Evangelischen Stiftung Volmarstein war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. „Das war eine tolle Abwechslung und
für mich eine wertvolle neue Erfahrung“, berichtet Leon Kopitz. Auch Vanderli Mafutala zieht ein positives Fazit: „Auf einer Klassenfahrt muss man flexibler arbeiten als im gewohnten Alltag. Aber
es hat alles sehr gut geklappt und viel Spaß gemacht.“
Durch das ähnliche Alter entstand zwischen den Auszubildenden und den Schülern schnell ein lockeres Verhältnis. „Wir waren bei allen Aktionen dabei und haben viel zusammen gelacht“,
erzählen Leon und Vanderli. Das bestätigt auch der 18-jährige Alan Dylla, einer der beiden Schüler, die während der Klassenfahrt von den angehenden Pflegefachkräften begleitet wurden:
„Die beiden haben einen sehr guten Job gemacht. Wir waren direkt auf Augenhöhe. Leon und Vanderli sind wirklich nette Menschen.“
Auch Lehrer Eckehard Methler zieht eine durchweg positive Bilanz: „Leon und Vanderli waren eine große Hilfe und haben sich hervorragend in die Gruppe eingefunden. Wenn wir eine Note
vergeben sollten, wäre es eine Eins mit Sternchen.“ Schulleiter Thorsten Krause sieht in solchen Einsätzen einen großen Gewinn für die Ausbildung: „Unsere Auszubildenden sammeln dabei
wertvolle fachliche und persönliche Erfahrungen. Diese Zusammenarbeit werden wir bei künftigen Klassenfahrten sicher fortsetzen.“
30.09.26 | WRBK
Eine voll besetzte Sporthalle, jede Menge spontaner Ideen und ein Publikum, das von Anfang an begeistert mitmachte: Das Improvisationstheater Emscherblut sorgte im Berufsbildungswerk Volmarstein (BBW) für einen unterhaltsamen Abend. Die Aufführung war Teil des Jahresprogramms zum 50-jährigen Bestehen des BBW.
Auszubildende, Schüler*innen und Mitarbeitende des Berufsbildungswerks und des Werner-Richard-Berufskollegs ließen sich schnell auf das besondere Theaterformat ein. Denn beim Impro-Theater weiß vorher niemand, was auf der Bühne passieren wird. Das Publikum gibt Stichworte vor – und die Schauspieler*innen machen daraus spontan Szenen, Geschichten und sogar Lieder.
Schon beim ersten Thema „Cafeteria“ traf Emscherblut den Nerv des Publikums. Schnell rückte die Currywurst in den Mittelpunkt – samt einer herrlich schrägen Liebesgeschichte rund um den „Curry-Friedrich aus Volmarstein“. Die Zurufe aus dem Publikum wurden immer zahlreicher und die Ideen immer ausgefallener.
Natürlich durften auch die Berufe nicht fehlen, die junge Menschen im BBW erlernen. Für viele Lacher sorgte eine improvisierte Szene aus dem Garten- und Landschaftsbau: Eine völlig ahnungslose Auszubildende versuchte sich am Setzen von Tulpenzwiebeln, während ihr Ausbilder verzweifelt nach ihrem „grünen Daumen“ suchte. Und wenn das Publikum ein Lied verlangte, wurde eben spontan gesungen.
Auch bei weiteren Improvisationsspielen war Kreativität gefragt. Bei einer „Reklamation“ musste eine Schauspielerin beispielsweise allein anhand der Reaktionen ihrer Mitspieler*innen herausfinden, was eigentlich beanstandet wurde.
So entstanden immer neue Situationen – ungeplant, einmalig und mit viel Humor. Zum Abschluss bekam Volmarstein sogar seine eigene spontane Impro-Hymne. Der kräftige Applaus zeigte: Emscherblut hatte mit seiner Spielfreude und der Nähe zum Publikum genau den richtigen Ton getroffen.
30.09.26 | WRBK
Die Sonne scheint auf das Fußballfeld, Mannschaften in bunten Trikots schwören sich im engen Kreis auf das Spiel ein und der Duft von Bratwurst liegt in der Luft. So hätte es Werner Walther, dem verstorbenen Initiator des inklusiven Fußballturniers, gefallen.
Beim Werner-Walther-Cup auf dem Schöllinger Feld standen wieder Leidenschaft, Teamgeist und das gemeinsame sportliche Erlebnis im Mittelpunkt. Ausgerichtet wurde das Turnier als
Gemeinschaftsaktion mit viel Engagement der Firma ABUS. Auch Mitarbeitende der Evangelischen Stiftung Volmarstein, des Berufsbildungswerks und des Werner-Richard-Berufskollegs packten tatkräftig mit an – ob am Grill, auf dem Spielfeld oder bei der Organisation und Erstellung des Spielplans.
Zehn Mannschaften gingen an den Start und sorgten für spannende und vor allem faire Begegnungen. „Wir haben bei herrlichem Sonnenschein ein wundervolles, faires Fußballturnier
unter inklusiven Aspekten erlebt“, freut sich Schulleiter Christof Hoffmann. „Darauf freuen sich auch unsere Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs und die Auszubildenden des
Berufsbildungswerks.“
15.09.26 | WRBK
Die Würde des Menschen ist unantastbar! Artikel 1 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
Pressemitteilung der BAG BBW
Demokratie und Inklusion gehören auch in Sachsen-Anhalt zusammen
Am 06.September haben die Bürger*innen in Sachsen-Anhalt sich entschieden. Die rechtsextreme AfD hat die meisten Stimmen erhalten. Dazu erklärt Tobias Schmidt, Vorsitzender der BAG BBW:
„Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist ein Warnsignal für Menschen mit Behinderungen und für alle, die sich für eine inklusive Gesellschaft stark machen. Die AfD bezeichnet Inklusion als ‚gescheitertes Experiment, das beendet werden muss‘. Sie kündigt damit klar den Abbau von Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an.
In Sachsen-Anhalt sind zwei Berufsbildungswerke, die aktuell 396 junge Menschen mit Behinderungen auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Viele von ihnen haben zudem einen Migrationshintergrund. Wir warnen klar davor, unsere Teilnehmenden aufgrund ihrer Herkunft oder Beeinträchtigung zu diskriminieren. Sie sind die Arbeitskräfte der Zukunft, ob in Sachsen-Anhalt oder anderswo.
Die BAG BBW solidarisiert sich mit allen kirchlichen und gemeinnützigen Trägern und Initiativen, die in Sachsen-Anhalt tagtäglich für diejenigen einstehen, die Unterstützung brauchen. Strukturen, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, dürfen nicht nachhaltig zerstört werden. Inklusion ist umfassend und in ganz Deutschland ein Menschenrecht.“
7.07.26 | Allgemein, WRBK
Förderpreis der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung würdigt soziales Engagement des Werner-Richard-Berufskollegs und der Realschule am Bleichstein
Es ist eine Auszeichnung für gelebte Mitmenschlichkeit: Sechs Schüler*innen des WernerRichard-Berufskollegs der Ev. Stiftung Volmarstein und drei von der Realschule am Bleichstein in Herdecke sind mit dem Förderpreis der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt jedes Jahr junge Menschen, die nicht nur gute schulische Leistungen zeigen, sondern sich mit besonderem Engagement für ihre Mitmenschen einsetzen. Viele von ihnen haben selbst persönliche Herausforderungen gemeistert und übernehmen zugleich Verantwortung für andere. „Es ist uns immer wieder ein besonderes Anliegen, diese Veranstaltung durchzuführen. Besonders beeindruckt uns, wie junge Menschen auf unterschiedlichste Weise ihr Leben meistern“, betonte Sonja Leidemann, Vorständin der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung, während der Feierstunde. Vom Werner-Richard-Berufskolleg wurden in diesem Jahr Albert Chin, Joel Handel, Hussein Khodr, Carina Lange, Lorina Althaus und Moritz Gesterkamp ausgezeichnet. In den Laudationes würdigten Stiftungs-Mitarbeitende die sechs jungen Menschen als Vorbilder: Sie helfen Mitschülerinnen, übernehmen Verantwortung im Schulalltag und im Internat, begegnen anderen mit Respekt und Empathie und verlieren selbst in schwierigen Situationen nicht ihren Optimismus.
Auch die Preisträger*innen der Realschule am Bleichstein wurden während der Feierstunde für ihr soziales Engagement geehrt. Für die musikalische Begleitung sorgte die Band „Die Volmies“ des Werner-Richard-Berufskollegs, die mit ihrem Auftritt für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgte. „Die Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung fördert unsere Arbeit seit vielen Jahren. Sie unterstützt uns nicht nur finanziell, sondern auch mit großem ideellem Engagement. Dafür sind wir sehr dankbar“, betonte Christof Hoffmann, Schulleiter des Werner-Richard-Berufskollegs. Der Förderpreis zeige, dass gute Noten wichtig seien, soziales Engagement und Menschlichkeit jedoch ebenso Anerkennung verdienten.
Bereits vor der Preisverleihung hatten sich die Preisträgerinnen bei einem gemeinsamen Ausflug in ein Naturkundemuseum kennengelernt. Das traditionelle Begegnungsprogramm bot viel Raum für Gespräche und neue Kontakte. Es machte zugleich den Gedanken erlebbar, der den Förderpreis seit vielen Jahren prägt: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind. Lehrerin Lena Maatkamp: „Es ist schön zu sehen, wie schnell die jungen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen. Genau diese Begegnungen machen den Förderpreis so besonders.“
7.07.26 | WRBK
Der Jahresempfang der Ev. Stiftung Volmarstein stand ganz im Zeichen des Jubiläums des Berufsbildungswerks (BBW) inklusive des Werner-Richard-Berufskollegs (WRBK). Vor 50 Jahren war der Gebäudekomplex eröffnet worden – am 14. Mai 1976.
Zahlreiche Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Verbänden waren gekommen, um die Arbeit der Einrichtung zu würdigen. Für deren Bau waren seinerzeit rund 50 Millionen D-Mark investiert worden – mit der Absicht, junge Menschen mit Behinderung zu qualifizieren, zu fördern und zu begleiten. Ziel ist es bis heute, dass möglichst viele Auszubildende einen anerkannten Abschluss erreichen, um optimale Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen.
Passend dazu machte Pfarrerin Dr. Tabea Esch, die in der Stiftung das Zentrum für Theologie, Diakonie und Ethik leitet, im geistlichen Impuls klar: „Wir feiern nicht nur 50 Jahre Berufsbildungswerk, sondern 50 Jahre gelebtes Zutrauen.“ Über welche Fähigkeiten die BBW-Auszubildenden aus den verschiedenen Bereichen verfügen, präsentierten sie den Besucherinnen und Besuchern an diversen Aktions- und Mitmachständen – z.B. Gravierungen der Metalltechnik, Kräuter-Riechen der Agrarwirtschaft oder Gravuren der Druck- und Medientechnik. Musikalisch begeisterte die Schulband und der Chor des BBW.
„Wir sind von Ihrer Arbeit außerordentlich überzeugt“, betonte Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Arbeitsministerium. Das große Engagement der Mitarbeitenden ermögliche jungen Menschen mit Behinderung Teilhabe an Arbeit – „das ist enorm wichtig für unsere Wirtschaft, aber auch für unsere Demokratie.“ Heidmeier war in seinem Festvortrag das Grundsätzliche von großer Bedeutung: „Wir dürfen auf dem Arbeitsmarkt nicht auf Menschen mit Handicap verzichten“, so der CDU-Politiker. In ihnen stecke ein enormes Potenzial. Und: „Die Wirtschaft wird bereichert, wenn sie sich der Inklusion stellt.“
Dr. Hans-Adolf Burbach, Vorsitzender des Stiftungsrats, machte bei seiner Begrüßungsrede deutlich: „Für uns als Stiftung steht der diakonische Auftrag im Vordergrund.“ Damit dieser erfüllt werden kann, appellierte er an die Politik, notwenige Rahmenbedingungen zu schaffen – etwa weniger Auflagen und weniger Bürokratie. Dies sei wichtig, damit die Stiftung den hoheitlichen Aufgaben, die sie von staatlicher Seite übertragen bekomme, auch nachkommen könne.
Wie wichtig Unterstützung aus der Politik ist, wurde an einer historischen Anekdote deutlich: Die heutige BBW-Leiterin Sabine Riddermann erinnerte daran, dass es parallel zur BBW-Planung Anfang der 70er Jahre Überlegungen gab, an gleicher Stelle ein Flugfeld zu errichten. Dank der Hilfe des damaligen NRW-Arbeitsministers Werner Figgen bekam das BBW den Vorzug.
Die Arbeit in der Einrichtung, darauf wies Stiftungs-Vorstand Markus Bachmann nachdrücklich hin, habe sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Denn neben jungen Menschen mit Körperbehinderungen werden heute immer mehr Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung oder anderen komplexen Beeinträchtigungen aufgenommen. Dadurch seien die Anforderungen an Ausbildung, Schule, Wohnen sowie an die Fachdienste Medizin und Psychologischer Dienst wesentlich komplexer geworden. „Deshalb gibt es hier ein engmaschiges Netz von hochkompetenten Mitarbeitenden“, so der Vorstand.
Zugleich erinnerte er daran, dass der Gedanke der beruflichen Rehabilitation auf den Stiftungsgründer, Dorfpfarrer Franz Arndt, zurückgeht. Als er 1904 auf dem Volmarsteiner Berg das erste Haus für Menschen mit Behinderung eröffnete, war neben Heilen und Pflegen auch Lehren ein wichtiger Teil seiner Vision. Später entstanden Lehrwerkstätten für Gewerke wie Bürstenmacherei, Sattlerei oder Korbmacherei. Der Bau des BBW bedeutete 1976 einen Quantensprung: Es entstand ein hochmoderner Bildungs- und Schulkomplex, der heute eine Ausbildung in 34 verschiedenen Berufen ermöglicht. Regelmäßig wird das Ausbildungs-Angebot dem Wandel der Arbeitswelt angepasst – aktuell dem Zeitalter von Internet und KI.
„Bei ihrer Arbeit nehmen Sie Anteil an jedem persönlichen Schicksal“, hob Barbara Ackerschott hervor. Sie leitet bei der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, wichtiger Kostenträger fürs BBW, den Bereich „Berufseinstieg & Teilhabe ermöglichen“. Auch Landrat Jan-Christoph Schaberick würdigte die Arbeit im BBW: „Inklusion wird hier ganz konkret gelebt.“