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Junge Menschen, die Verantwortung übernehmen

Junge Menschen, die Verantwortung übernehmen

Förderpreis der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung würdigt soziales Engagement des Werner-Richard-Berufskollegs und der Realschule am Bleichstein

Es ist eine Auszeichnung für gelebte Mitmenschlichkeit: Sechs Schüler*innen des WernerRichard-Berufskollegs der Ev. Stiftung Volmarstein und drei von der Realschule am Bleichstein in Herdecke sind mit dem Förderpreis der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt jedes Jahr junge Menschen, die nicht nur gute schulische Leistungen zeigen, sondern sich mit besonderem Engagement für ihre Mitmenschen einsetzen. Viele von ihnen haben selbst persönliche Herausforderungen gemeistert und übernehmen zugleich Verantwortung für andere. „Es ist uns immer wieder ein besonderes Anliegen, diese Veranstaltung durchzuführen. Besonders beeindruckt uns, wie junge Menschen auf unterschiedlichste Weise ihr Leben meistern“, betonte Sonja Leidemann, Vorständin der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung, während der Feierstunde. Vom Werner-Richard-Berufskolleg wurden in diesem Jahr Albert Chin, Joel Handel, Hussein Khodr, Carina Lange, Lorina Althaus und Moritz Gesterkamp ausgezeichnet. In den Laudationes würdigten Stiftungs-Mitarbeitende die sechs jungen Menschen als Vorbilder: Sie helfen Mitschülerinnen, übernehmen Verantwortung im Schulalltag und im Internat, begegnen anderen mit Respekt und Empathie und verlieren selbst in schwierigen Situationen nicht ihren Optimismus.
Auch die Preisträger*innen der Realschule am Bleichstein wurden während der Feierstunde für ihr soziales Engagement geehrt. Für die musikalische Begleitung sorgte die Band „Die Volmies“ des Werner-Richard-Berufskollegs, die mit ihrem Auftritt für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgte. „Die Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung fördert unsere Arbeit seit vielen Jahren. Sie unterstützt uns nicht nur finanziell, sondern auch mit großem ideellem Engagement. Dafür sind wir sehr dankbar“, betonte Christof Hoffmann, Schulleiter des Werner-Richard-Berufskollegs. Der Förderpreis zeige, dass gute Noten wichtig seien, soziales Engagement und Menschlichkeit jedoch ebenso Anerkennung verdienten.

Bereits vor der Preisverleihung hatten sich die Preisträgerinnen bei einem gemeinsamen Ausflug in ein Naturkundemuseum kennengelernt. Das traditionelle Begegnungsprogramm bot viel Raum für Gespräche und neue Kontakte. Es machte zugleich den Gedanken erlebbar, der den Förderpreis seit vielen Jahren prägt: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind. Lehrerin Lena Maatkamp: „Es ist schön zu sehen, wie schnell die jungen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen. Genau diese Begegnungen machen den Förderpreis so besonders.“

Ein halbes Jahrhundert berufliche Teilhabe

Ein halbes Jahrhundert berufliche Teilhabe

Der Jahresempfang der Ev. Stiftung Volmarstein stand ganz im Zeichen des Jubiläums des Berufsbildungswerks (BBW) inklusive des Werner-Richard-Berufskollegs (WRBK). Vor 50 Jahren war der Gebäudekomplex eröffnet worden – am 14. Mai 1976.

Zahlreiche Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Verbänden waren gekommen, um die Arbeit der Einrichtung zu würdigen. Für deren Bau waren seinerzeit rund 50 Millionen D-Mark investiert worden – mit der Absicht, junge Menschen mit Behinderung zu qualifizieren, zu fördern und zu begleiten. Ziel ist es bis heute, dass möglichst viele Auszubildende einen anerkannten Abschluss erreichen, um optimale Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen.

Passend dazu machte Pfarrerin Dr. Tabea Esch, die in der Stiftung das Zentrum für Theologie, Diakonie und Ethik leitet, im geistlichen Impuls klar: „Wir feiern nicht nur 50 Jahre Berufsbildungswerk, sondern 50 Jahre gelebtes Zutrauen.“ Über welche Fähigkeiten die BBW-Auszubildenden aus den verschiedenen Bereichen verfügen, präsentierten sie den Besucherinnen und Besuchern an diversen Aktions- und Mitmachständen – z.B. Gravierungen der Metalltechnik, Kräuter-Riechen der Agrarwirtschaft oder Gravuren der Druck- und Medientechnik. Musikalisch begeisterte die Schulband und der Chor des BBW.

„Wir sind von Ihrer Arbeit außerordentlich überzeugt“, betonte Matthias Heidmeier, Staatssekretär im NRW-Arbeitsministerium. Das große Engagement der Mitarbeitenden ermögliche jungen Menschen mit Behinderung Teilhabe an Arbeit – „das ist enorm wichtig für unsere Wirtschaft, aber auch für unsere Demokratie.“ Heidmeier war in seinem Festvortrag das Grundsätzliche von großer Bedeutung: „Wir dürfen auf dem Arbeitsmarkt nicht auf Menschen mit Handicap verzichten“, so der CDU-Politiker. In ihnen stecke ein enormes Potenzial. Und: „Die Wirtschaft wird bereichert, wenn sie sich der Inklusion stellt.“

Dr. Hans-Adolf Burbach, Vorsitzender des Stiftungsrats, machte bei seiner Begrüßungsrede deutlich: „Für uns als Stiftung steht der diakonische Auftrag im Vordergrund.“ Damit dieser erfüllt werden kann, appellierte er an die Politik, notwenige Rahmenbedingungen zu schaffen – etwa weniger Auflagen und weniger Bürokratie. Dies sei wichtig, damit die Stiftung den hoheitlichen Aufgaben, die sie von staatlicher Seite übertragen bekomme, auch nachkommen könne.

Wie wichtig Unterstützung aus der Politik ist, wurde an einer historischen Anekdote deutlich: Die heutige BBW-Leiterin Sabine Riddermann erinnerte daran, dass es parallel zur BBW-Planung Anfang der 70er Jahre Überlegungen gab, an gleicher Stelle ein Flugfeld zu errichten. Dank der Hilfe des damaligen NRW-Arbeitsministers Werner Figgen bekam das BBW den Vorzug.

Die Arbeit in der Einrichtung, darauf wies Stiftungs-Vorstand Markus Bachmann nachdrücklich hin, habe sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Denn neben jungen Menschen mit Körperbehinderungen werden heute immer mehr Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung oder anderen komplexen Beeinträchtigungen aufgenommen. Dadurch seien die Anforderungen an Ausbildung, Schule, Wohnen sowie an die Fachdienste Medizin und Psychologischer Dienst wesentlich komplexer geworden. „Deshalb gibt es hier ein engmaschiges Netz von hochkompetenten Mitarbeitenden“, so der Vorstand.

Zugleich erinnerte er daran, dass der Gedanke der beruflichen Rehabilitation auf den Stiftungsgründer, Dorfpfarrer Franz Arndt, zurückgeht. Als er 1904 auf dem Volmarsteiner Berg das erste Haus für Menschen mit Behinderung eröffnete, war neben Heilen und Pflegen auch Lehren ein wichtiger Teil seiner Vision. Später entstanden Lehrwerkstätten für Gewerke wie Bürstenmacherei, Sattlerei oder Korbmacherei. Der Bau des BBW bedeutete 1976 einen Quantensprung: Es entstand ein hochmoderner Bildungs- und Schulkomplex, der heute eine Ausbildung in 34 verschiedenen Berufen ermöglicht. Regelmäßig wird das Ausbildungs-Angebot dem Wandel der Arbeitswelt angepasst – aktuell dem Zeitalter von Internet und KI.

„Bei ihrer Arbeit nehmen Sie Anteil an jedem persönlichen Schicksal“, hob Barbara Ackerschott hervor. Sie leitet bei der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, wichtiger Kostenträger fürs BBW, den Bereich „Berufseinstieg & Teilhabe ermöglichen“. Auch Landrat Jan-Christoph Schaberick würdigte die Arbeit im BBW: „Inklusion wird hier ganz konkret gelebt.“

Jubiläums-Sommerfest mit Ehemaligentreff: BBW und WRBK feiern 50 Jahre

Jubiläums-Sommerfest mit Ehemaligentreff: BBW und WRBK feiern 50 Jahre

Das gemeinsame Sommerfest des Berufsbildungswerks Volmarstein (BBW) und des Werner-Richard-Berufskollegs (WRBK) steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 50. Jubiläumsjahres. Am Samstag, 4. Juli 2026, sind aktuelle und ehemalige Teilnehmende, Mitarbeitende, Familien, Freund*innen und Unterstützer*innen von 13 bis 18 Uhr zum Feiern eingeladen.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Viele Bereiche und Mitarbeitende bringen sich mit großem Engagement in die Planung des Festes ein. Entstehen soll ein bunter Nachmittag voller Begegnungen, Musik und gemeinsamer Erinnerungen.

Ein besonderes Highlight wird die große Jubiläumstombola sein. Dabei warten 50 Hauptpreise sowie rund 1.000 Kleinpreise auf die Gewinner*innen. Zusätzlich gibt es drei Sonderpreise, die ausschließlich für Teilnehmende von BBW und WRBK vorgesehen sind und ohne Loskauf gewonnen werden können.

Auch kulinarisch dürfen sich die Gäste auf ein vielfältiges Angebot freuen: Neben klassischen Grillspezialitäten gibt es vegetarische und vegane Speisen, Flammkuchen, Kaffee, Kuchen und Waffeln, eine Eis- und Candybar, Softeis, frisches Obst sowie Quesadillas.

Für musikalische Stimmung sorgen die hauseigene Band „Kraftzwerg“ sowie der Jugendspielmannszug. Die Band wird dabei auch die BBW-Hymne spielen, die eigens zum Jubiläumsjahr präsentiert wird.

Geplant sind außerdem die Ehrung der „Laufwunder“ sowie das beliebte „Spiel ohne Grenzen“. Familien und Kinder erwartet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken und Torwandschießen. Die Gärtnerei lädt zudem wieder zum Pflanzenverkauf ein.

Schon jetzt ist die Vorfreude auf das Jubiläums-Sommerfest groß. Und vielleicht wartet auf die Besucher*innen ja auch noch die ein oder andere Überraschung.

„Spiel ohne Grenzen“ begeistert zum 50-jährigen Jubiläum

„Spiel ohne Grenzen“ begeistert zum 50-jährigen Jubiläum

Schülerinnen und Schüler des Werner-Richard-Berufskolleg und Auszubildende des Berufsbildungswerks Volmarstein genossen einen Tag unter dem Motto „Spiel ohne Grenzen“. Bei Bilderbuch-Wetter erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreicher Tag in Anlehnung an die Spielshow aus den 70er Jahren. Das besondere Event fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen statt.

Auf dem Sportplatz luden zahlreiche Spiel- und Aktionsstationen zum Mitmachen ein. Ob beim Riesen-Jenga, dem Boxautomat, am Rolli-Parcours, beim Kegeln oder bei „Hau den Lukas“ – überall wurde gelacht, ausprobiert und angefeuert. Die Klassen traten dabei in Gruppen gegeneinander an und sammelten an den verschiedenen Stationen Punkte.

Im Mittelpunkt stand jedoch nicht der Wettbewerb, sondern das gemeinsame Erleben. Besonders wichtig war dem Organisations-Team, dass an allen Spielformaten Rollstuhlfahrer*innen sowie Läufer*innen gleichermaßen teilnehmen konnten. „Es ist total cool und macht echt Spaß!“, freute sich Teilnehmer Sanel Koc begeistert über das besondere Event.

Auch kulinarisch hatte das Schulfest einiges zu bieten: An vielen Ständen gab es kostenlos Burger, Würstchen, Crêpes, Popcorn, Eis und Zuckerwatte – ein Angebot, das von den Jugendlichen begeistert angenommen wurde.

Schulleiter Christof Hoffmann lobte besonders den Einsatz aller Beteiligten: „Die super Teamarbeit war entscheidend. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen, das alles auf die Beine zu stellen.“

Oldtimer-Rallye mit Herz

Oldtimer-Rallye mit Herz

Rund 100 Jugendliche aus BBW und Werner-Richard-Berufskolleg gingen gemeinsam
mit engagierten Fahrer*innen auf Tour durch den Ennepe-Ruhr-Kreis.

„Lass uns die Strecke mal durchgehen“, sagte Erich Bühren zu seine Copiloten Jean-Louis Wünschel. Der Senior aus Sprockhövel war mit seinem bildschönen Isabella Cabrio von 1959 zur Oldtimertour nach Volmarstein gekommen. Seinen Mitfahrer kennt er schon aus dem vergangenen Jahr und „fachsimpelt“ mit ihm per Du. Jean-Louis Wünschel ist Schüler am Werner-Richard-Berufskolleg und einer von rund 100 Jugendlichen, die mit Oldtimern auf Tour gehen durften.

Die 38 alten Schätzchen waren echte Hingucker: Laetitia Eschke, die eine Berufserkundung im Berufsbildungswerk Volmarstein absolviert, durfte z.B. in der „Tin Lizzy“ (dt. „Blechliesel“) von 1915 am Steuer sitzen und die Hupe drücken. Und Joachim Böhnen, Ausbilder der Druck- und Medientechnik im BBW, hatte schon bei der Anfahrt zur Rallye drei begeisterte Auszubildende in seinem coolen Plymouth Duster von 1970.

Die Ausfahrt mit den jungen Menschen, die mit persönlichen und gesundheitlichen Herausforderungen kämpfen, ist für die Oldtimer-Fans eine Herzensangelegenheit. Viele sind nicht zum ersten Mal zur Ev. Stiftung Volmarstein gekommen, um das zu erleben. „Es macht richtig Freude, mit den Jugendlichen zu fahren“, sagt Erich Bühren. Mit röhrenden Motoren und strahlenden Gesichtern ging es dann auf die rund 35 Kilometer lange Strecke. „Die Jugendlichen sind dabei nicht nur Mitfahrer*innen, sondern helfen aktiv bei der Navigation“, betont Ernst Schumacher vom Werner-Richard-Berufskolleg.

Die Oldtimer-Tour ist seit Jahren eine große Gemeinschaftsaktion engagierter Menschen. Die Organisation übernahm erneut Hans-Ullrick Külpmanng gemeinsam mit Ernst Schumacher. Der Oldtimer-Fan aus Wetter warb wochenlang bei Treffen und Stammtischen für die Veranstaltung, sammelte die Anmeldungen und plante die Strecke über abgelegene Straßen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Dank Nils Roschin, der auf den letzten Drücker drei seiner eigenen Oldtimer an den Start brachte und der durch persönliche Kontakte weitere vier Fahrer gewinnen konnte, hatten mehr unserer Oldtimer-Fans das Glück, auch einen Platz für die Fahrt zu Abus zu ergattern. Vielen Dank dafür.

Die Firma ABUS unterstützte die Aktion in vielfältiger Weise: Geschäftsführer Christian Bremicker nahm selbst mit einem Oldtimer teil, Mitarbeitende halfen bei der Organisation und nach der Rallye lud das Unternehmen alle zum Barbecue ein. Auch Andreas Schnell, Inhaber der Zimmerei Schnell aus Volmarstein, engagierte sich erneut, brachte einen alten amerikanischen Truck mit und gewann weitere Fahrer*innen für die Ausfahrt. Die Firma Ortwein organisierte den Rücktransport der Jugendlichen mit einem Bus. Zudem unterstützten viele Lehrkräfte des Werner-Richard-Berufskollegs die Veranstaltung.

Einige Fahrer verbindet mit der Ev. Stiftung Volmarstein mehr als die Begeisterung für Oldtimer: Hans-Ullrick Külpmann absolvierte in den 1970er Jahren seinen Zivildienst im Oskar-Funke-Haus. Und Erich Bühren freut sich noch heute über das neue Kniegelenk, das er vor Jahren in der Orthopädischen Klinik Volmarstein erhielt.

Schake GmbH spendet 50 Pylonen fürs Werner-Richard-Berufskolleg

Schake GmbH spendet 50 Pylonen fürs Werner-Richard-Berufskolleg

Praktische Unterstützung für den Schulalltag: Die Schake GmbH hat dem Werner-Richard-Berufskolleg (WRBK) 50 blau-weiße Pylonen gespendet. Die Übergabe fand auf dem Firmengelände im Schöllinger Feld statt. „Wir freuen uns sehr darüber“, betonte Christof Hoffmann, Leiter der Förderschule der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Die Pylonen sollen künftig vielseitig eingesetzt werden – etwa bei Sportveranstaltungen oder im Rahmen von Kursen für den Mofa-Führerschein.

Auf die Idee zu dieser Spende kam die Firma durch den WRBK-Schüler Jonas Bürgener, der bei dem international agierenden Unternehmen für Absperrtechnik ein dreiwöchiges Betriebspraktikum absolviert hatte. „Er hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, lobte Schake-Mitarbeiter Jörg Haslinde.