Berufsbildungswerk Volmarstein und Werner-Richard-Berufskolleg starten ins Jubiläumsjahr
Mit Musik, Humor und viel Gemeinschaftsgeist sind das Berufsbildungswerk Volmarstein und das Werner-Richard-Berufskolleg in ihr Jubiläumsjahr gestartet. Seit 50 Jahren begleiten die beiden Bildungseinrichtungen der Evangelischen Stiftung Volmarstein junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben – ein Anlass, der nicht nur gefeiert, sondern spürbar gelebt wurde. Schon die Begrüßung setzte den Ton: Im Hippie-Look, mit Latzhose und riesigem Recorder auf der Schulter überraschte das Leitungsteam die geladenen Mitarbeitenden, Auszubildenden sowie Schülerinnen und Schüler. Aus den Lautsprechern erklang „Jeans On“, ein Hit aus dem Jahr 1976 – und plötzlich war das Jahrzehnt der Gründung ganz nah. Das Jubiläumsjahr soll bunt, vielfältig und gemeinschaftlich werden. Geplant sind unter anderem eine Motto-Woche, eine Silent-Disco zum Welt-Autismus-Tag, ein Sommerfest im Stil der 70erJahre sowie ein Fußballturnier. Die Veranstaltungen spiegeln wider, wofür die beiden Einrichtungen stehen: Teilhabe, Kreativität und Zusammenhalt. Ein besonderer Moment war die Premiere der eigens geschriebenen BBW-Hymne. Mitarbeiter Dominik Kraemer hat den Song getextet und komponiert. Gespielt wurde er von der Band „Kraftzwerg“, in der Auszubildende, Mitarbeitende und Ehrenamtliche gemeinsam musizieren. Schon beim ersten Auftritt sprang die Begeisterung über. „Volmarstein – wir feiern dich, Gemeinsam stark, wir schaffen’s, ja, sicherlich. Volmarstein – wir steh’n bereit, Ziele erreicht und ’ne richtig gute Zeit!“ Auch der Blick in die Zukunft hatte seinen Platz: Vorstand Markus Bachmann steckte als Erster einen Wunschzettel in eine Zeitkapsel, die das gesamte Jubiläumsjahr über mit guten Wünschen für das BBW und das WRBK gefüllt werden soll. Am Ende des Jahres wird sie auf dem Gelände vergraben und zehn Jahre später wieder geöffnet werden. „Ich wünsche mir, dass das BBW und das WRBK in zehn Jahren rundum renoviert und erneuert sind“, sagte Markus Bachmann. „Und Ihnen allen wünsche ich ein tolles Jubiläumsjahr mit viel Spaß und vielen schönen Momenten.“ Für heitere Erinnerungen sorgte zudem ein Kahoot-Quiz mit kniffligen Fragen zur Geschichte der beiden Einrichtungen – inklusive mancher Fotos aus längst vergangenen Zeiten. Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte eine eindrucksvolle Feuershow von „Cassiofire“, die den Abend leuchtend ausklingen ließ.
Am 1. Dezember 2025 nahmen zwei Vollzeitklassen des Werner-Richard-Berufskollegs an der WDR-Schultour zur neuen Augmented-Reality-App „Zeitzeugen 1945 – Trümmerjahre in AR“ teil. Die Teilnehmenden erhielten dabei die besondere Gelegenheit, die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auf innovative und eindrucksvolle Weise zu entdecken.
Mit Hilfe der AR-App tauchten die Klassen unmittelbar in die Lebensrealitäten der Nachkriegsjahre ein: Sie hörten Berichte über Hunger und Kälte, Hamsterfahrten, Kohlenklau, die harte Arbeit der Trümmerfrauen sowie über persönliche Erfahrungen von Schuld und Trauma. Ein digitaler Info-Guide ergänzte die Erzählungen um fundierte historische Hintergründe und half dabei, die geschilderten Ereignisse einzuordnen.
Die App wurde in Kooperation mit der Hochschule Düsseldorf entwickelt und richtet sich besonders an Lernende der Jahrgänge 9 und 10. Sie ist barrierefrei, intuitiv bedienbar und eignet sich hervorragend für den Einsatz mit Tablets oder Smartphones im Unterricht.
Ein weiterer Pluspunkt: Der WDR stellt kostenlos umfangreiches und hochwertig aufbereitetes Unterrichtsmaterial zur Verfügung, das sofort eingesetzt werden kann. Die Rückmeldungen der Schüler*innen fielen durchweg positiv aus – viele bezeichneten das AR-Erlebnis als spannend, realistisch und sehr eindrucksvoll.
App-Download: Die App „Zeitzeugen 1945“ ist kostenlos im App Store und im Google Play Store erhältlich.
Am 27. November nahmen die Auszubildenden der Kaufleute im Gesundheitswesen an einem besonderen Projekttag teil, der ihnen einen tiefen Einblick in die Welt der Hospiz- und Palliativarbeit bot. Organisiert wurde der Tag von Anja Osthoff, gestaltet von der Referentin Andrea Naß, die als Familienmediatorin und Mitglied im Team „Hospiz macht Schule“ des Ambulanten Hospizdienstes Witten – Hattingen e. V. ihre umfangreiche Erfahrung einbrachte. Unterstützt wurde sie dabei von Katrin Gerlach und Anja Osthoff.
Zu Beginn des Seminars erhielten die Teilnehmenden eine umfassende Wissensvermittlung über die ambulante und stationäre Hospizarbeit, die Aufgaben der Palliativmedizin und die Bedeutung des Wünschewagens. Viele Auszubildende zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Menschlichkeit, die diese Arbeitsfelder prägen, und waren dankbar für die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Einblicke zu bekommen, die im Berufsalltag oft nur am Rande berührt werden.
Im zweiten Seminarblock konnten die Auszubildenden zwischen zwei Vertiefungsthemen wählen. Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung von Trost- und Trauerkompetenz. Hier beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Verlauf von Trauerprozessen, dem Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen sowie der Frage, wie man Menschen in schweren Zeiten angemessen begleiten kann. Besonders der Austausch darüber, wie man selbst Trost erfährt und wie man Trauernden Unterstützung bietet, wurde als sehr bereichernd empfunden.
Der zweite Schwerpunkt bot eine theoretischere Auseinandersetzung anhand eines konkreten Fallbeispiels. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Unterstützungsmöglichkeiten im individuellen Fall sinnvoll sind und wie man als Fachkraft professionell, empathisch und reflektiert reagiert. Die Auszubildenden entwickelten verschiedene Lösungsansätze und diskutierten praxisnahe Handlungsmöglichkeiten, die ihnen im späteren Berufsleben helfen können.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Besonders die gemütliche Atmosphäre bei Keksen, Kaffee und Tee schuf einen Rahmen, in dem offene Gespräche möglich waren. Viele betonten, wie wertvoll es für sie war, ohne Hemmungen Fragen stellen zu können und auch persönliche Gedanken teilen zu dürfen.
Insgesamt war der Projekttag ein voller Erfolg: ein Tag, der Wissen vertiefte, neue Perspektiven eröffnete und eindrucksvoll zeigte, wie wichtig Empathie und Menschlichkeit im Gesundheitswesen sind. Dank der engagierten Organisation und Unterstützung von Anja Osthoff und Katrin Gerlach sowie der einfühlsamen und fachkundigen Begleitung durch Andrea Naß wurde dieser Seminartag zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.
Vom 15. bis 19. September unternahmen die Oberstufen der Mediengestalter und Fachpraktiker für Industrieelektrik eine gemeinsame Klassenfahrt nach Zandvoort. Begleitet wurden sie von Frau Ewald, Frau Pahne und Herrn Wirz. Schon die Ankunft blieb in Erinnerung: Bei starkem Regen und Wind startete die Reise zwar stürmisch, doch die gute Stimmung ließ sich niemand nehmen. Beim gemeinsamen Kochen von Bruschetta und Spaghetti Bolognese war das Wetter zweitrangig. Am Dienstag besserte sich das Wetter deutlich. Ein Regenbogen über dem Meer verzauberte den Strandbesuch am Vormittag. Bei einem Kreativworkshop zeigten die Mediengestalter, welche Kreativität in ihnen steckt. Beide Gruppen machten sich bei einem gemeinsamen Spaziergang auf den Weg in die Innenstadt von Zandvoort, inklusive eines Stopps an einer Fischbude. Pommes, Kibbeling und Fischbrötchen schmeckten heel lekker (sehr lecker), doch die lauernden Möwen gingen leer aus. Am Mittwoch ging es für alle nach Amsterdam. Die Mediengestalter besuchten ein Museum mit Werken unter Anderem von Banksy, Keith Haring und Andy Warhol, während die EFPO mit Herrn Wirz die Ausstellung „Phoenix des Lumières“ erkundete. Eine anschließende Grachtenfahrt mit Pfannkuchen machte den Tag perfekt. Für einen besonderen Moment sorgte zudem eine Katze, die neugierig in den Sprinter schaute. Auch der Donnerstag bot viele Höhepunkte. Die Industrieelektriker unternahmen eine Radtour nach Noordwijk und kehrten im Strandpavillon „Tulum“ ein. Parallel dazu nahmen die Mediengestalter an den „Zandvoort Games“ teil. Dort stellten sie ihr Können bei Strand-Challenges unter Beweis: von Sandskulpturen über Logo-Rätsel bis hin zu kreativen Teamaufgaben. Am Abend gab es ein gemeinsames Abschlussessen mit Preisverleihung. Unter einem sternenklaren Himmel mit gleich fünf Sternschnuppen klang die Fahrt stimmungsvoll aus. Die Tage in Zandvoort haben gezeigt, wie wertvoll Klassenfahrten sind. Sie schaffen Raum für neue Erfahrungen, stärken das Miteinander und fördern gegenseitige Rücksichtnahme sowie Hilfsbereitschaft. Das gute Zusammenspiel beider Klassen und viele unvergessliche Momente machten diese Fahrt zu einem besonderen Erlebnis. Unser Fazit: Wir kommen wieder! Oder watt!
„Es ist schon ein komisches Gefühl, als ‚Expertin‘ an der alten Schule ehemalige Mitschüler zu informieren!“, meinte Olivia Dydyna, als sie freitags am Info-Stand des Werner-Richard-Berufskollegs saß.
Weil die Dietrich-Bonhoeffer-Schule Bedburg-Hau an einem Freitagnachmittag einen „Expertentag“ veranstaltete, um Schüler*innen der Abschlussstufe über mögliche schulische Anschlussperspektiven zu informieren, hatte der stellvertretende Schulleiter des WRBK Olivia angesprochen, ob sie nicht Interesse hätte, mit zu ihrer alten Schule zu fahren und dort über ihre Erfahrungen in Volmarstein zu berichten. Und Olivia machte ihre Sache sehr gut! Als „Expertin“ am Info-Stand war sie eine viel gefragte Ansprechpartnerin und beantwortete sehr kompetent alle Fragen zum Thema Schule und Internatsunterbringung. Weil sie über ihre eigenen Erfahrungen berichtete, wirkten ihre Antworten auf die zukünftigen Entlassschüler*innen aus der Abschlussstufe sehr authentisch. Olivia konnte auch den ein oder anderen überzeugen, sich zu einem Besuchstermin in Volmarstein anzumelden.
Der Nachmittag als Beraterin hat Olivia sehr viel Spaß gemacht. Ihre neue Rolle hat sie sehr gut ausgefüllt. Vielleicht, oder besser gesagt hoffentlich, wird sie in Zukunft noch häufiger als Expertin für das Werner-Richard-Berufskolleg im Einsatz sein.
Die Evangelische Stiftung Volmarstein lädt am ersten Adventswochenende (29. und 30. November) wieder zum inklusiven Adventsmarkt ein. Dann verwandelt sich das Zentralgelände der Stiftung erneut in einen Ort lebendiger Begegnung. Zwischen festlich geschmückten Buden kommen Menschen mit und ohne Behinderung ins Gespräch, genießen Musik, Lichterglanz und vorweihnachtliche Atmosphäre – gelebte Inklusion mitten in Volmarstein.
In diesem Jahr steht der Markt unter dem Motto „Zusammen klingt’s heller“. Passend dazu erwartet die Besucherinnen und Besucher ein besonders musikalisches Programm: An beiden Tagen um 17 Uhr lassen Ehrenamtliche und Bewohner*innen „Weihnachtslieder lebendig werden“. Der Gottesdienst am Sonntag um 11 Uhr wird ebenfalls einen musikalischen Schwerpunkt haben. Außerdem ist noch die ein oder andere musikalische Überraschung geplant.
„Wir öffnen unsere Türen für die Menschen in der Region“, sagt Pfarrerin Dr. Tabea Esch, Leiterin des Zentrums für Theologie, Diakonie und Ethik. Seit mehr als 50 Jahren gehört die Veranstaltung zu den Höhepunkten im Jahreskalender der Stiftung. Der Adventsmarkt ist am Samstag, 29. November, von 14 bis 19 Uhr und am Sonntag, 30. November, von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Traditionell werden viele liebevoll gefertigte Produkte angeboten, die in den Werkstätten und Einrichtungen der Stiftung entstanden sind: Adventsdekoration aus der Gärtnerei, Erzeugnisse aus der Druckerei, Handarbeiten und kulinarische Leckereien aus der Hauswirtschaft. An den Essenständen bleiben keine Wünsche offen: Von Grünkohl bis Reibekuchen ist alles dabei – und das zu fairen Preisen. In zwei Gebäuden gibt es Sitzgelegenheiten im Warmen, um Kaffee und Kuchen zu genießen. Außerdem gibt es zum ersten Mal eine Bude mit rein veganen Speisen. In den rund 30 Holzbuden, die von den Handwerksteams der Stiftung aufgebaut werden, arbeiten Mitarbeitende und Menschen mit Behinderung Hand in Hand. „Dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen zusätzlich ehrenamtlich engagieren, ist wirklich beeindruckend“, betont Pfarrerin Esch. „Dieser Adventsmarkt lebt von Herz, Gemeinschaft und dem Miteinander vieler helfender Hände.“