Am Donnerstag, den 11. Mai 2017, fand in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kulturnah und der Café-Bar des Werner-Richard-Berufskollegs eine Autorenlesung statt.
Wir freuten uns, Peter Mathews begrüßen zu dürfen, der aus seinem Jugendroman „Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten“ vorlas. Sein Buch wurde als eines der 100 besten Jugendbücher 2016 ausgezeichnet. Gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Inneres und Kommunales NRW.
Ziel der Autorenlesung war der etwas andere Zugang zu dem aktuellen Thema Salafismus und Radikalisierung. Die Schülerinnen und Schüler erlebten eine Geschichte über Kadir, der sich entscheidet IS-Kämpfer zu werden, und über Mark, seinen besten Freund, der um Kadir und ihre besondere Freundschaft kämpft.
Am Ende der Lesung fanden ein lebendiger Austausch und eine angeregte Diskussion mit dem Autor statt, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen stellen konnten. Dabei zeigten unsere Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeit zur kritischen Denkweise und hatten den Mut, die Sichtweisen des Autors zu hinterfragen und ihre eigene Meinung zu äußern.
Wir danken zum Einen den Schülerinnen und Schülern der Fachpraxis Hauswirtschaft, die für die Lesung Kuchen und Muffins gebacken hatte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lesung durften sich zusätzlich vor der Lesung ein kostenloses Getränk an der Café-Bar abholen.
Jeden Dienstag ab 9.40 Uhr herrscht rege Betriebsamkeit in der Schulküche des WRBK.
Vierzehn Schüler und Schülerinnen der Fachpraxis Hauswirtschaft haben dann ihren praktischen Tag. Es wird geschnitten, gehobelt, gerollt, geknetet, gekocht … – alles aus frischen Zutaten! Es gibt ein Grundangebot an Speisen und ein zusätzliches Angebot, das variiert.
An diesem besonderen Tag wurden – im Hinblick auf das anstehende Osterfest – ergänzend Kuchen in Form eines Osterlamms und Osterhasen gebacken und Eier bunt gefärbt.
Backkartoffeln mit Dips, Wraps mit verschiedenen Füllungen, Bruschetta, Nudel- und Obstsalat sowie Gemüsesticks rundeten das Angebot an gesundem Essen ab und wurden dann – nett angerichtet – zum Verzehr angeboten.
Es herrschte ein riesiger Andrang und alle Schüler waren sich einig: Das war ein toller Erfolg!
Freude am Werner-Richard-Berufskolleg (WRBK): Bei der fünften Auflage des Fußball-Benefizturniers zugunsten der Schule ist eine Spende von rund 2200 Euro zusammengekommen.
Angeschafft wurden davon 14 Werkzeugkisten plus Inhalt und Transportwagen für die Ausbildungsvorbereitung im Metall- und Elektrobereich. Dort bekommen Jugendliche mit Behinderungen einen Einblick, was sie bei einer Ausbildung erwartet. Außerdem wurde der Bestand der Schulbücherei um 60 DVDs erweitert.
„Ein großes Dankeschön an die Spender“, meinte Schulleiter Christof Hofmann in Richtung von Alexander Meisborn, Mitarbeiter der Firma Abus, und Maike Arning, die für die Volmarsteiner Einzelhändler Kontakt zum BBW hält. Als Clou stattete die Firma Abus die Werkzeugkisten mit Schlössern aus. Dadurch ist jeder Schüler für „seine“ Kiste selbst verantwortlich.
Maßgeblich organisiert hatte das Fußball-Turnier für Jugendliche ohne und mit Behinderungen einmal mehr BBW-Mitarbeiter Werner Walter. Er hatte die Unterstützer wieder in seiner Freizeit geworben und dafür große Anerkennung bekommen. Damit der Turniertag reibungslos abläuft, helfen stets etliche Mitarbeitende des BBW und des Werner-Richard-Berufskollegs tatkräftig mit.
Die Zahl der Leute, mit denen sie zu tun hatte, geht in die Tausende: Drei Jahrzehnte lang saß Ingrid Ewald an der Pforte der Orthopädischen Klinik und des Volmarsteiner Berufsbildungswerks (BBW).
Jetzt ist die herzliche 63-Jährige in den Ruhestand gegangen. An der Pforte sorgte sie stets für den wichtigen ersten Eindruck, den Besucher bekamen.
„Sie waren die Visitenkarte des Hauses“, meinte anerkennend Mathias B. Weber, Leiter des Berufsbildungswerks, bei Ingrid Ewalds Verabschiedung. Unzählige Male hat sie Besuchern freundlich den richtigen Weg gewiesen. Und für etliche Mitarbeitende gehörte es zum Alltag, auf einen netten Plausch an ihrem Fenster stehen zu bleiben. Außerdem war sie stets am Telefon, wenn Anrufer die zentrale Nummer 6390 der Evangelischen Stiftung Volmarstein wählten und mit ihrer Hilfe den richtigen Gesprächspartner suchten.
Ob in der Klinik oder im BBW: Natürlich hat Ingrid Ewald an der jeweiligen Pforte einiges erlebt. „Eigentlich hätte ich das mal aufschreiben sollen“, sagt sie schmunzelnd. Da gibt es manche Anekdote von eiligen Besuchern, die in höchster Not nach einer Toilette fragten. Oder die Geschichte, als sie im Oktober 1986 an der Pforte der Orthopädischen Klinik gerade angefangen hatte: Da fing sie sich den Rüffel eines Oberarztes ein, weil sie einen Patienten in eine falsche Abteilung geschickt hatte. Als sie im Mai 2001 an die BBW-Pforte gewechselt war, bekam sie mehrfach mit, wenn trauriger Weise ein junger Mensch wegen seiner lebensverkürzenden Behinderung starb. „So etwas ist immer ein schlimmer Einschnitt“, so Ingrid Ewald im Rückblick.
Während ihrer letzten Arbeitstage haben sich zahlreiche Mitarbeiter und Auszubildende des BBW ganz persönlich von ihr verabschiedet. Da gab es manche Umarmung. Für den anstehenden Ruhestand hat sich die 63-Jährige einiges vorgenommen: Ihr Ehemann hat mit 60 Jahren den Motorradführerschein gemacht. Als Beifahrerin will sie mit ihm schöne Touren unternehmen. Und natürlich wird sie gelegentlich im BBW vorbeischauen. Da kennt sie sich schließlich bestens aus.
„Das Rührei ist noch nicht fertig! … Wo sind die Servietten? … Wer begrüßt die Gäste? … Wir müssen uns beeilen!“
Freitag, der 18.11. gegen 10.30 Uhr in der Schulküche. Seit 7.30 Uhr ist die Klasse HHO dabei, ihr geplantes Projekt „Frühstücksbrunch“ in die Tat umzusetzen. Im Rahmen des Lernfeldes 6 „Personen zu unterschiedlichen Anlässen versorgen“ steht für die Oberstufe der Fachpraktiker Hauswirtschaft eine Projektaufgabe an.
Die jetzige HHO des WRBK ist der 1. Durchgang in der neugeordneten Ausbildung zum Fachpraktiker. Neu sind – im Gegensatz zu Hauswirtschaftshelferausbildung – unter anderem kleinere Planungs- und Organisationsaufgaben.
Hier hatte sich die Klasse, die aus vier Schülerinnen und einem Schüler besteht, aber schon Größeres vorgenommen. So musste der Personenkreis festgelegt und Speisen ausgewählt und ausprobiert werden. Dabei stand der Gesundheitsaspekt an erster Stelle. Die Schülerinnen und Schüler achteten auch darauf, dass vegetarische und z.T. vegane Speisen Beachtung fanden.
Es wurden Einladungen und geschrieben, Mengen berechnet, Einkaufslisten erstellt, Überlegungen zur Dekoration und Hintergrundmusik gestellt. Ein zentrales Element war die Arbeitsplanung. Wer macht was und in welcher Kochkoje? Reicht der Platz? Wo stellen wir die fertigen Speisen hin? Mit eingeplant wurden die drei Hauswirtschafter und die Lehrerin.
Punktlandung! Als gegen 11 Uhr die ersten Gäste eintrudelten, war wirklich alles fertig. In einer angenehmen, lockeren Atmosphäre saßen und standen Schüler, Lehrer, Ausbilderinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen gemeinsam zusammen und ließen sich die Köstlichkeiten schmecken.
Die einhellige Meinung war, dass dies ein gelungenes Projekt war. „Das soll jetzt jeden Freitag so sein!!“
Ein Volontär des Wochenkuriers, Heiko Cordes, über seine Zeit als Volontär zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs bei der Schwelmer Trainigsgruppe im Rollstuhlbasketball.
Schwelm/Hagen. Die Idee für meine erste Station kam mir schon im Frühjahr. Bei einem Gespräch mit Baskets-Geschäftsführer Omar Rahim erwähnte er, dass er in Zukunft plane, eine Rollstuhl-Basketball-Gruppe zu etablieren. Dass Rahim dem Basketballsport selbstverständlich in allen Facetten verbunden ist, lag auf der Hand, aber sein Enthusiasmus zum Rollstuhl-Basketball steckte an.
23. November 2016 Volontär in Aktion … – … beim Rollstuhl-Basketball
Ein Volontär des Wochenkuriers, Heiko Cordes, über seine Zeit als Volontär zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs bei der Schwelmer Trainigsgruppe im Rollstuhlbasketball.
Schwelm/Hagen. Die Idee für meine erste Station kam mir schon im Frühjahr. Bei einem Gespräch mit Baskets-Geschäftsführer Omar Rahim erwähnte er, dass er in Zukunft plane, eine Rollstuhl-Basketball-Gruppe zu etablieren. Dass Rahim dem Basketballsport selbstverständlich in allen Facetten verbunden ist, lag auf der Hand, aber sein Enthusiasmus zum Rollstuhl-Basketball steckte an.
Wochenkurier-Volontär Heiko Cordes (graue Jacke, Mitte) wurde direkt ins kalte Wasser geworfen und machte beim Training der Schwelmer Trainingsgruppe im Rollstuhl-Basketball mit. (Foto: Sandra Preuß)
Kleiner Vorgeschmack.
Als im Sommer dann die Überprüfung durch die Stadt anstand, ob die neue Halle an der Milsper Straße auch für Rollstuhlbasketball geeignet sei, durfte ich mich schon einmal probeweise in so ein Sportgerät setzen. Und was fällt als erstes auf? Die Körbe sind verdammt hoch. Denn entgegen meiner Erwartung werden die Körbe nicht extra niedriger gehängt. Und natürlich landete der Probewurf nicht im Korb, sondern klatschte geräuschvoll nur an die Außenkante des Rings.
Fahren durfte ich damals noch nicht, es erschien mir auch zu schwierig. Und mit dieser Einschätzung sollte ich auch zunächst recht behalten.
Bunte Truppe
Als die Trainingsgruppe aus Volmarstein an der Schwelmer Halle ankam, sah man vor allem eine Vielzahl an bunten und sehr ungleichen Rollstühlen mitsamt fröhlich quatschenden jungen Menschen. Nachdem ihre Sportgeräte zusammengebaut worden waren, ging es rein in die Halle. Bei der ersten, unkomplizierten Kontaktaufnahme merkte man schon – das sind keine Anfänger auf diesem Gebiet. Und das sollte sich auch bei den ersten Spielzügen bestätigen. Taktische Anweisung, Tempo und Treffer – als blutiger Anfänger konnte man da nur staunen.
Spezialisten ihrer Sportart
Auch in den Gesprächen mit Jerome und Bastian wurde diese Hemmschwelle nicht unbedingt gesenkt. „Ich spiele seit vier Jahren“, erklärt der 18-jährige Bastian. Einmal die Woche ist er in der heimatlichen Sporthalle in Volmarstein aktiv. Der zwei Jahre ältere Jerome ist sogar noch länger dabei. „Ich spiele seit 2010 bei der BSG Duisburg. Zunächst bei den Schülern und jetzt in der ersten Mannschaft.“
Betreuer, Coach und Busfahrer Benjamin will in Zusammenarbeit mit den Baskets ein richtiges Team an den Start bringen. „Wir werden uns am Ende des Jahres zusammensetzen und dann entscheiden, in welche Richtung es geht.“ Eine eigene Mannschaft, die auch an Turnieren teilnimmt, ist das erklärte Ziel. Die Schwelmer Sporthalle bietet dafür beste Bedingungen. „Es ist eine Ehre für uns, in dieser Halle zu spielen“, erklärt Jerome.
Bastian ergänzt: „Wir sind so rund zehn bis zwölf Leute bei jedem Training.“
Einziger auswärtiger „Neuzugang“ ist Jenny. Sie kommt extra aus Leverkusen, um mit den hiesigen Korbjägern zusammen zu trainieren.
Mittendrin statt nur dabei
Und nach ein bisschen „warmfahren“ ist man auch schon mittendrin im Geschehen.
Im Spiel „Fünf gegen Fünf“ herrscht großes Gedränge, vor allem unter den Körben. Nach einem Fehlwurf geht es aber mit hohem Tempo wieder in die andere Richtung. Nach einer halben Stunde gibt Benjamin das Komando: „Jetzt bist auch du mal dran.“ Gesagt, getan. Meine erste Amtshandlung: den Ball von der Seitenlinie einwerfen. Zuvor ein kleine Regelkunde: „Man darf zweimal Schwungholen und dann muss der Ball geprellt werden, ansonsten wird ein Schrittfehler gepfiffen.“ – Kurzes Schweigen. „Naja, also wir laufen ja nicht, aber es heißt nun mal so“, wird diese kuriose Bezeichnung beim Rollstuhl-Basketball mit Humor genommen.
Wie funktioniert das?
Beim Einwurf mache ich zunächst nichts falsch – nur in die Richtung, in die ich „rollen“ will, komme ich zunächst nicht. Also versuche ich, mit Schwung geradeaus zu fahren. Das klappt nur mittelgut. Doch nach knapp zehn Minuten (und einer großen Portion Ehrgeiz) läuft es dann wie am Schnürchen. Drehungen, Rückwärtsfahren und auch Dribbeln – nur das Werfen macht mir Probleme. Aber das kann ich auch ohne Rollstuhl nicht gut.
Daher war ich nicht unbedingt überrascht über meine grausige Wurf-Ausbeute. Doch eine Sonderbehandlung gab es für mich sicherlich nicht. Ich wurde wie jeder andere geblockt und bekam Lob und Tadel für meine Aktionen. Wenn mal ein Pass daneben ging, dann gab es einen Spruch zu hören. Ein „Gut gemacht“ ertönte, wenn man dagegen auch im Rebound mit von der Partie war. Besonders deutlich wurde meine Unerfahrenheit bei Tempogegenstößen. Ich war deutlich zu langsam und wenn ich dann doch mal einen enteilten Spieler einholte, trickste er mich direkt mit einem schwungvollen Manöver aus.
Tolle Erfahrung
Nach schweißtreibenden 30 Minuten ist für mich Schluss. Das Training ist vorbei und die Rollstühle müssen wieder im Bulli verstaut werden. „Wie oft hast du denn schon Rollstuhl-Basketball gespielt?“, fragt mich Jerome. „Das war meine Premiere“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Das hat man gar nicht so sehr gemerkt“, höre ich. Aus dem Mund eines Könners wie Jerome ist das ein ganz besonderes Lob. Und als Leander zum Abschied fragt: „Kommst du nächste Woche wieder?“, freue ich mich ganz besonders. Ich habe mich nicht nur sportlich, sondern auch menschlich in die Gruppe für diesen Nachmittag integriert.
Das war ein überaus gelungener Auftakt der Serie. Ich bin schon sehr gespannt auf die kommende Sportart, die ich ausprobieren darf.
Quelle: Heiko Cordes: „Volontär in Aktion … – … beim Rollstuhl-Basketball“ ( 07. November 2016 ), URL: www.wochenkurier.de